Aktuelles

Frost und Bestand am Kw 20

Trotz fürsorglichster Pflege, bestem gärtnerischem Know How und jeder Menge Liebe, haben aktuell die Kohlrabi und der Spinat einige Probleme. Der Spinat sah wunderbar aus, bis zum Kälteeinbruch in den letzten zwei Wochen. Wir haben hier tatsächlich nochmal -3,5°C gemessen. Und das in geschützter Lage. D.h. auf exponierten Ackerflächen gab es sicher Richtung -5°C. Das ist auch für Anfang Mai durchaus kein Ding der Unmöglichkeit.

Letzte Woche dann hat uns der Spinat gezeigt, was er davon hielt. Gelbe Blätter, Läusebefall, Notblüte. Das volle Programm. Aber nicht an allen Pflanzen. Einige schienen sich wenig vom Stress beeindruckt. Einmal mit dem Spaten nachgeschaut, zeigt sich das Problem. Die Gare des Bodens ist nicht einheitlich bzw noch nicht an allen Stellen so wie wir und auch ihr sie gerne hätten oder hättet. Das Bild zeigt deutlich wie streßresistent eine gesunde Pflanze mit viel Wurzelmasse in einem gesunden Boden ist.

Der Spinat war so ziemlich die erste Freilandkultur. Einige unserer Kulturtechniken konnten aufgrund des kalten Wetters und des Zeitdrucks nicht durchgeführt werden. So wurde das Beet auf herkömmlichem Weg vorbereitet. D.h. Bewuchs wie im Lehrbuch einfräsen anstatt des Einschälens mit anschließender Flächenrotte.

Hier zeigt sich eindrücklich wie wichtig und auch erfolgreich unsere Maßnahmen gerade sind. Ohne regenerativer Landwirrtschaft würden sicherlich alle Spinatpflanzen wie die rechte im Bild aussehen.

Der Kohlrabi kommt aus dem Gewächshaus. Auch hier vermute ich eine schlechte Bodengare. Ebenso hauptsächlich durch den frühen Anbau. Mikrolebewesen bleiben einfach zu faul wenn es ihnen zu kalt wird. Dadurch bleibt auch der Boden nicht so belebt wie zur wärmeren Zeit.

Die Kohlrabi wurden mehrheitlich im Jugendalter von verschiedenen Insekten angeknabbert. Also in einem Stadium in dem die Verdickung des eigentlichen Kohlrabi noch gar nicht zu sehen ist. Beißt da nun ein Insekt mit seinem winzigen Maul hinein entsteht eine winzige Narbe, die aber leider mitwächst und den Kohlrabi sehr unschön aussehen lässt. Aus einem Millimeter Biss wird dann schnell eine mehrere Zentimeter große Narbe oder gar ein komplett verstümmelter Wuchs. Geschmacklich lässt sich kein Unterschied feststellen. Es ist nur die Optik betroffen, schließlich haben es die betroffenen Pflanzen geschafft sich aus eigener Kraft von den Plagegeistern zu befreien und einen stabilen Wuchs zu bilden, wenn auch mit Narbengesicht.

Gärtner – Tagebuch April

Es ist wieder soweit, es ist viel passiert in der Natur. Überall wo es Wasser gibt sieht man sattes grün. Nach einigem zögern, nach dem doch recht milden Winter, hat die nächste Vegetationsperiode begonnen. Es gab viele warme und sonnige Tage im April. Auch wir genießen das. Die Trockenheit ist jedoch unglaublich.

Unseren Regenmengenmesser habe ich wegen vorheriger Frostgefahr und anhaltender Faulheit erst letzte Woche aus dem Winterlager wieder an seinen Bestimmungsort gebracht, was kein Problem war da es eigentlich weder nennenswerten Frost noch Niederschlag gab. Lustiger weise gab es gleich in der folgenden Nacht einen mehrsekündigen Regen. Der das Wasser jenseits der ablesbaren Niederschlagsskala als kreisrunden Tropfen im Messgerät ansteigen ließ.  Immerhin mehr als die Wochen zuvor.

Was für uns meist als angenehm empfunden wird stellt für die Natur einige Probleme dar. In den letzten Tagen gab es etwas Regen und man sieht wie alles Grüne vor der Tür wörtlich explodiert. Es ist eine wichtige Zeit im  Jahr. Das leben startet vielerorts in eine neue Runde. Überall keimt es, die pflanzen gedeihen und sprießen überall nach einiger Winterruhe. Dies benötigt zu Beginn viel Energie um Blätter, Blüten und oder wurzeln auszutreiben. Durch Wassermangel kommen diese Prozesse ins stocken. Auf der anderen Seite gibt es durch den milden Winter auch viele hungrige tierische Münder die wie auch wir auf das tolle Grün stehen. Eigentlich stehen sie vielmehr auf das schlappe grün. Eine gesunde Pflanze ist durchaus in der Lage sich erfolgreich gegen Schädlinge zu wehren. Jedoch wird das die gesündeste Pflanze und ihre mikrobiologischen Helfer ohne Wasser nicht hinbekommen.

Soviel zum April. Es gab soweit ich gemessen habe einen Monatsniederschlag von 12 l/m². Ich beobachte jedoch auch, wie der Boden durch die regenerative Bewirtschaftung zunehmend an Struktur gewinnt und an manchen stellen schon schwammartig aussieht. Ein Prozess der abschließend sicherlich Jahre andauern wird. Jedoch, wenn ich die Böden dieses Jahr mit dem zustand des letzten Jahres zu dieser Zeit vergleiche, hab ich den ganzen Tag ein lächeln im Gesicht. Und das nach einem Jahr regenerativer Bewirtschaftung.

In diesem Sinne…. Weitermachen